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Präventionskonzept

Evaluation des Präventionskonzeptes stark.stärker.WIR.

„Ich gehe nicht gerne in die Schule, weil Schüler aus den anderen Klassen mich immer wieder ärgern!“ lautet ein Kommentar in einem SchülerInnen-Fragebogen der im Rahmen der Evaluation des Präventionskonzeptes stark.stärker.WIR. ausgewertet wurde. Seit April 2014 wird diese vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg in Auftrag gegebene Evaluation vom Zentrum für Evaluation und Forschungsberatung (ZEF) der Alpen-Adria Universität Klagenfurt durchgeführt. 
stark.stärker.WIR. wird an zahlreichen Schulen in Baden-Württemberg umgesetzt. Entwickelt wurde es als Reaktion auf die schrecklichen Ereignisse des Amoklaufs in Winnenden 2009.
Nach vorliegenden Forschungsergebnissen ist davon auszugehen, dass der Ursprung solcher Ereignisse multikausal ist. Leary und KollegInnen (2003) konnten in Fallanalysen von 15 Amokläufen an Schulen drei übereinstimmende Kriterien herausarbeiten: (1) Soziale Ausgrenzung, (2) Mobbing und (3) emotionale Zurückweisung im Schulalltag. Die soziale Atmosphäre in Schulen ist maßgeblich für die Entstehung und Aufrechterhaltung von negativen psychologischen Reaktionen verantwortlich (Aronson, 2000). Die Folgen von Mobbing und sozialer Ausgrenzung bei Kindern kann zu einem geringeren Selbstwert (Hodges & Perry, 1996), einer höheren Anfälligkeit für Depressionen (Craig, 1998; Salmon, James, Cassidy, & Javoloyes, 2000), Angst sowie dem Gefühl von Einsamkeit und Selbstmordgedanken führen (Rigby, 2002).
Ein Fokus der Evaluation liegt somit in der Erhebung des Schul-/ Klassenklimas. Positives Schulklima bewirkt besseren Lernerfolg, höhere Anwesenheit, angemessenes Schülerverhalten sowie niedrigere Delinquenzraten (Hartke, 2005, S. 471). Um einen umfassenden Einblick in diesen Themenbereich zu bekommen, werden über einen Zeitraum von zwei Jahren mehrfach bei SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern, Präventionsbeauftragten und Arbeitsgruppen der Schulen, die stark.stärker.WIR. umsetzen und die Präventionsarbeit steuern, Datenerhebungen durchgeführt. Ein Ziel der Evaluation ist es, Empfehlungen für die optimale Umsetzung von stark.stärker.WIR. zu entwickeln und so eine möglichst positive Lern- und Entwicklungsatmosphäre für SchülerInnen zu schaffen.
(Thomas Fenzl, Stella Lemke und Philipp Mayring, Universität Klagenfurt, Zentrum für Evaluation und Forschungsberatung)

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